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letzte Änderung 20.04.2008
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Das Mysterium: il congiuntivo

Einleitung

Man findet im Forum viele Antworten zur Verwendung des congiuntivo.
Hier will ich mal einen anderen Ansatz verfolgen (zumindest versuchen) und den congiuntivo mit dem deutschen Konjunktiv vergleichen, denn eigentlich muss doch da eine Ähnlichkeit existieren, denn sonst würde man den Namen der Zeitform nicht so eindeutig übersetzen können.

Der direkte Vergleich (Konjunktiv I und congiuntivo presente)

Am Schönsten wäre es, wenn man ganz einfach tabellarisch übersetzen könnte.

Im Zeitenvergleich käme folgendes für essere-sein heraus:

italienisch deutsch
io sia ich sei
tu sia du sei(e)st
lui/lei sia er/sie sei
noi siamo wir seien
voi siate ihr seiet
loro siano sie seien
oder hier für sapere-wissen:
italienisch deutsch
io sappia ich wisse
tu sappia du wissest
lui/lei sappia er/sie wisse
noi sappiamo wir wissen/wir wüssten
voi sappiate ihr wisset
loro sappiano sie wissen/sie wüssten

Die direkte tabellarische Übersetzung klappt aber nicht!

Denn im Deutschen wird der Konjunktiv I nur noch in der indirekten Rede und in bestimmten Wunschformen verwendet.

1) Konjunktiv I in der indirekten Rede

Er sagt, dass es keinen Unterschied mehr mache.

(Immer noch auf bestimmten Nachrichtensendern zu hören.)In der deutschen Umgangssprache wird häufig auch der Indikativ (Wirklichkeitsform) Präsens verwendet:
Er sagt, dass es keinen Unterschied mehr macht.

Im Italienischen wird für diesen Fall der congiuntivo presente NICHT verwendet!
(Nebenbemerkung: Der congiuntivo kann vorkommen, er wird aber nicht wie auf deutsch grundsätzlich angewendet.)

Deshalb hakt bereits in diesem Fall ein tabellarischer Vergleich der Zeiten.

2) Konjunktiv I als "Wunschform"

Ein Beispiel für die "Wunschform" und dem deutschen Konjunktiv I wäre z. B.:
Möge der Beste gewinnen.
(Auf) dass der Beste gewinne.
Che vinca il migliore.
Er glaubt, ich könne ihm helfen. (auf deutsch bereits eine sehr seltene Form)
(Lui) pensa che io lo possa aiutare.

Es lebe der Kaiser!
Evviva l'imperatore

Erklärung: Evviva entstand aus e viva und somit die Konjunktivkonjugation (bzw. in dem Fall auch die Imperativkonjugation) von vivere ==>

Für diesen Fall wird im Italienischen auch der congiuntivo presente verwendet!

Kann man das vielleicht auch noch mit einer anderen deutschen Zeitform erklären?

Versuchen wir es mal mit dem Konjunktiv II

Der deutsche Konjunktiv II ähnelt in seiner Funktion schon mehr dem congiuntivo.
Der Konjunktiv II ist eine Möglichkeitsform und stellt - wie im Italienienischen - einen Zweifel/Unsicherheit/Wunsch dar.

Ich dachte, es gäbe eine andere Möglichkeit.
Pensavo che ci fosse un'altra possibilità.

Was würdest Du machen, wenn Du an meiner Stelle wärest?
Che cosa faresti se fossi al posto mio?
Jedoch auch hier existiert in der deutschen Sprache eine Ersatzform:
Es wird oft die (einfachere) Form des "modernen" Konjunktivs (Konjunktiv II Futur I) verwendet:
Ich dachte, es würde eine andere Möglichkeit geben.
Was würdest Du machen, wenn Du an meiner Stelle sein würdest.

Und genau diese häufig verwendeten (und - unter gewissen Voraussetzungen - erlaubten) Alternativformen im Deutschen führen zu den Schwierigkeiten, die ein(e) Deutschsprechende(r) mit einer italienischen Übersetzung hat.

Was bringt das jetzt für die Verwendung des congiuntivo presente?

Folgendes einfache Beispiel soll vom Italienischen wörtlich ins Deutsche übersetzt werden:
Penso che sia lui
Ich denke, er sei es.

Wer sagt das so auf deutsch?
Keiner! (Vielleicht noch auf mittelalterlichen Festspielen.)
Also das bringt einen nicht weiter, denn es heißt (und nur so ist es aktuell grammatikalisch richtig):
Ich denke, er ist es.

Weil es eben keine indirekte Rede oder Wunschform ist.Setzt man den italienischen Satz aber komplett in die Vergangenheit, dann könnte man auf deutsch folgendes sagen:
Pensavo che fosse lui.
Ich dachte, er wäre es.
Man kann aber (leider) - der Einfachheit halber - auch folgendes sagen (umgangsspr.):
Ich dachte, er würde es sein.
[od. Ich dachte, er ist/war es.]
auf italienisch bleibt es jedoch:
Pensavo che fosse lui.

Was ist jetzt "ehrlicher"?

(Wenn man das so überhaupt sagen darf!)

Sobald ich auf deutsch folgendes sage:
Ich dachte, er wäre es.

drücke ich einen Möglichkeit (bedingt durch einen Zweifel, einen Wunsch oder einer Unsicherheit) aus ... denn
denken, glauben, hoffen, wollen, bezweifeln, sich selbst fragen ... heißt NICHT wissen!
Nicht wissen heißt aber auch, dass ein Zweifel existiert und es ggf. eine andere Möglichkeit gibt.Transformiere ich aber den Satz in die Gegenwart, dann wird auf deutsch plötzlich der Indikativ (Wirklichkeitsform) verwendet, obwohl der Zweifel bzw. die Unsicherheit immer noch da ist. Man sagt:
Ich denke, er ist es.

Im italienischen dagegen bleibt der Gedanke der Möglichkeit erhalten, deshalb congiuntivo presente.
Penso che sia lui.
Was wäre ... äähm ... ist dann eigentlich:
Ich denke, er wäre es.
Ich denke, er würde es sein.

Das wäre nach meinen Überlegungen "ehrlicher", denn mit dem Konjunktiv II drückt man auf deutsch solche Zweifel/Unsicherheiten aus.

Diese Formen werden aber heute nur noch benutzt, wenn man eben diese Zweifel/Unsicherheit besonders hervorheben will.

Der Konjunktiv II Präsens ist also keine echte Imperfekt/Präteritum-Form (ausser vielleicht in der indirekten Rede), obwohl die Ähnlichkeiten der Konjugationen den Eindruck erwecken:
ich wäre ==> ich war
ich träfe ==> ich traf
Eigentlich darf man also den Konjunktiv II Präsens nicht mit dem congiuntivo imperfetto vergleichen, auch wenn es sehr bequem ist so zu denken.

Nehmen wir aber mal der Einfachheit halber trotzdem weiterhin an, man könne Konjunktiv II Präsens mit congiuntivo imperfetto vergleichen, dann würde man
Ich denke, er wäre es.

mit Penso che fosse lui. übersetzen.In der italienischen Sprache ist aber der "Einklang der Zeiten" (bis jetzt noch) ein zentraler Punkt, deshalb ist die obige zeitliche Umsetzung
(also links presente und rechts imperfetto)
nicht wirklich vereinbar mit der Sprache.
Das heißt, wir sind wieder bei
Penso che sia lui.

[Ausnahme: Betonung auf die Vorzeitigkeit des Nebensatzes (fosse) gegenüber dem Hauptsatz (Penso).]

Sprache im Wandel der Zeit

oder
Was auf deutsch passiert ist in der italienischen Sprache auch nur recht und billig, nicht wahr?

Wie oben erwähnt, gehen die Präsensformen des Konjunktivs I und II in der deutschen Sprache aus den unterschiedlichsten Gründen verloren.

  • So kann man in der deutschen Umgangssprache statt Konjunktiv I Präsens in der indirekten Rede auch Indikativ Präsens verwenden.
  • Sind die Konjugationen des Konjunktivs I Präsens gleich der entsprechenden Indikativform Präsens, kann stattdessen Konjunktiv II verwendet werden
    z. B. ich habe (Konj. I - 1. Pers. sing.) => ich hätte
    sie wissen (Konj. I - 3. Pers. pl.) => sie wüssten
  • Führt die Konjugation des Konjunktivs II Präsens auch zu einer Mehrdeutigkeit, so wird der "moderne" Konjunktiv (Konjunktiv II Futur) verwendet:
    z. B. du gerietest (Konj. II - 2. Pers. sing.) => du würdest geraten

Die komplizierten Regeln, die offiziellen Ausweichmöglichkeiten und die unregelmäßigen Konjugationsformen führen auch bei Deutschsprachigen dazu, dass man häufig einfach nur Indikativ oder den modernen Konjunktiv verwendet, unabhängig davon, ob man es machen darf oder nicht.

Wer schreibt oder sagt denn heute noch:
Er sagt, dass er das Geld habe.
Sie sagt, dass sie auf der Stelle trete.
Ihr sagt mir, dass ihr es bleiben lasset.
Du behauptest, dass Du dahinschmelzest.
Man glaubt, dass die Flöte besser klänge.
Er meinte, ihr grübet tiefer.

Auf italienisch passiert ähnliches. Die Konjunktivformen gehen zwar langsamer ... aber genauso stetig ... verloren. Besonders in der gesprochenen ital. Sprache.

Come si mangia, si parla

oder auf deutsch Man spricht, wie einem der Schnabel gewachsen ist. (bzw. ... wie man zulässt, dass einem der Schnabel wächst.)

So ist bereits zu erkennen, dass gewisse Signalwörter den Konjunktiv gar nicht mehr so stark binden, wie es früher üblich war:
Peccato che non ho una segretaria.
Basta che funziona.
...

nach der Regel wären die korrekteren Formen jedoch:
Peccato che sia finito.
Basta che funzioni.
...

Und es gilt als sicher, dass die Liste länger wird.
Bei anderen Signalwörtern wird die Indikativform Präsens weiterhin als "unglücklich gewählt" angesehen z. B. Voglio che ....
Manchmal sieht man auch im ital. Sprachgebrauch, die Verwendung des Konjunktivs nur noch in der 3. Person sing., also z. B.
Spero che stai bene - Spero che stia bene - Spero che stiamo bene - Spero che state bene - Spero che stanno bene
aber auch dafür gibt es keinen echten grammatikalischen Grund.

Wie spreche ich aber nun richtig italienisch?

Es stellt sich als erstes die Frage, welchem Anspruch will ich gerecht werden?
Es existiert nun einfach mal ein Unterschied zw. "lebendige Sprache sprechen und schreiben" und "strikt den Regel folgen".
Man kann also nicht mehr von MUSS-Regeln reden, sondern nur noch von SOLL.

Aber mir fallen auch noch folgende Antworten ein:

  1. Die "freche" nicht hilfreiche Gegenfrage:
    Wie soll sich ein Italiener verhalten, der deutsch sprechen will?
    Geht er strikt nach den Regeln vor, dann wird er spätestens nach einem Satz wie Ihr sagt mir, dass ihr es bleiben lasset. mehr als komisch angesehen.
  2. Das italienische Regelwerk der Grammatik beachtend?
    Klar, das ist die beste Möglichkeit, aber es gilt die Antwort 1) auch umgekehrt, obwohl man im Italienischen für diese Korrektheit noch gewürdigt wird, klingt der deutsche Beispielsatz oben schon etwas "hochgestochen" bis lächerlich.
  3. Flapsig bis schlampig mit den Regeln umgehen?
    Sehr gefährliche Sache!!
    Welche Regel darf ich brechen, welche nicht?
    Darf ich Regeln nur dann brechen, wenn ich weiß wie es richtig geht?
    => Also Finger davon, außer ich weiß, dass es bereits so akzeptiert wird.

Die einzig wahre Antwort meiner Meinung nach:
Die Regeln als Grundlage lernen und grundsätzlich befolgen, Regelbrüche hinterfragen und aufgeschlossen sein, sollten diese sich etablieren.

Na das mag alles recht nett sein, aber wann verwende ich jetzt einen congiuntivo?

Nachdem wir festgestellt haben, dass mittelalterlich deutsch denken nicht wirklich die Lösung ist
und eine Auflistung der Signalwörter in jedem guten Grammatikbuch und hier im Forum schon mehrfach erwähnt wurden,
hier ein paar alternative Tipps.

Die Theorie

Sehr oft kommt der congiuntivo in Nebensätzen vor, die durch Bindewörter (Konjunktionen) eingeleitet werden.

  • In adverbiale Nebensätze mit finalem (Angabe des Zwecks) oder konzessivem (Angabe eines Gegengrunds) Charakter.
    Ich schreibe es Dir, damit du es weißt. = Te lo scrivo affinché tu lo sappia. (final)
    Ich schaue es mir an, obwohl ich keine Zeit habe. = Ci do un'occhiata benché (io) non abbia tempo. (konzessiv)
  • In Relativsätzen mit finalem (Angabe des Zwecks) und konsekutivem Charakter (Angabe einer [streitbaren] (Schluss-)Folgerung)
    Ich suchte jemanden, der mir die Lösung zeigt/zeigen würde = Cercavo qualcuno che mi indicasse la soluzione. (final)
  • In Relativsätzen, wenn der congiuntivo eine Bedeutungsänderung in Richtung Möglichkeit, Hypothese, Wunsch bewirken würde:
    Ich suche ein Buch, das von Italien handelt = Cerco un libro che tratta dell'Italia. (Das Buch habe ich schon mal gesehen.)
    Ich suche ein Buch, das von Italien handelt = Cerco un libro che tratti dell'Italia. (So ein Buch wünsche ich mir, ich habe es noch nicht gesehen, müsste es aber geben.)
  • In Subjekt(neben)sätzen, um einen Zweifel (auch über den Weg einer subjektiven Meinung) darzustellen.
    Oft werden diese durch unpersönliche Verben im Hauptsatz eingeleitet, wie z. B.
    bisogna che ... = es ist nötig, dass ...; è bene che .. = es ist gut, dass ...; è facile/difficile che ... = es ist einfach/schwer, (dass) ... ; etc. ...
    Auch hier noch ein Beispiel:
    Es ist unsicher, ob sie kommt. = È incerto che lei venga.
  • Bedingungssätzen (im hypothetischen Satzgefüge)
    Ich wäre glücklich, wenn er/sie käme. = Sarei felice se venisse.
    Die genauere Erklärung dazu findet sich hier (Se io lo sapessi ... Konditional oder Konjunktiv)
  • Bei Objekt(neben)sätzen, wenn ein hypothetischer oder irrealer Fall dargestellt wird.
    (z. B. eingeleitet durch che = dass oder ob)
    Ich glaube, dass es richtig ist. = Credo che sia giusto.
  • und in der indirekten Fragestellung
    Ich frage mich, ob ihr angekommen seid. = Mi chiedo se siate arrivati.

Für die letzten beiden Fällen gilt es als Empfehlung, nicht zwingend!

Daneben kommt der congiuntivo auch in Hauptsätzen vor, wenn man eine höfliche Befehlsform, Ausrufe, Wunsch, Hoffnung, Zweifel hervorheben will (s. auch "Wunschform" des Konjunktiv I Präsens). Das condizionale wird in den letzten drei Fällen (Wunsch, Hoffnung, Zweifel) aber häufiger verwendet.

Tipp 1

Wie eben dargestellt, kommt der congiuntivo meist in Nebensätzen vor, die durch Konjunktionen eingeleitet werden.
Das wohl bekannteste ist che (wenn es als dass oder ob übersetzt wird), aber auch Ableitungen und Synonyme der Ableitungen gehören dazu: z. B. prima che, ancorché, purché, benché (Syn.: sebbene, quantunque), affinché, secondo che, a meno che, nel caso che (Syn.: qualora), acciocché...

Achtung: Auf deutsch kann so ein Bindewort auch entfallen, auf italienisch ist es zwar auch möglich, passiert aber seltener.

Auswendig lernen dieser Wörter ist eine gute Grundlage (besonders weil einige den Zweifel/die Möglichkeit/die Unsicherheit gar nicht mehr erkennen lassen), da aber einige dieser Wörter/Wortkombinationen unterschiedliche Bedeutungen haben können und in manchen Fällen keinen congiuntivo binden, ist es besser, wenn man sich auch an die anderen Tipps halten kann.
Beispiel:
Sarà promosso secondo che si impegni o no.
Er wird befördet abhängig davon, ob er sich bemüht oder nicht.
Er wird befördet abhängig davon, ob er sich bemühen würde oder nicht.
aber:
Sarà promosso secondo che il capo ci dice.
Er wird befördert abhängig davon, was der Chef dazu sagt.

Kein congiuntivo, wenn das che als was, welche(r/s), der, die oder das übersetzt wird und das vorhergehende Wort oder Satzaussage begründet!
Und auch nicht, wenn es eigentlich die Kurzform von perché ist (also ché heissen soll) und mit weil übersetzt wird (auch kausal = begründend).

Tipp 2

Nach dem Motto "Glauben heißt nicht wissen", folgenden erweiterten Spruch merken:
Glauben, hoffen, denken, wollen, bezweifeln, sich selbst fragen heißt NICHT wissen!
==> also Möglichkeitsform (wegen Zweifel, Unsicherheit, Wunsch oder auch subjektiver Darstellung) ==>
In diesen Fällen wird der congiuntivo für den betreffenden Satzteil (normalerweise ein Nebensatz) verwendet!
Unter die Kategorie fallen z. B.
Credo che sia così.
Dubito che loro capiscano.
Che cosa vuoi che io sia?
Vuoi che lei viva una vita come dice lui.
Non sono sicuro che funzioni.
Non sei convinto che se lo meriti?
Nego che gli alieni vivano fra noi.
Ho paura che mi tradisca.
Può darsi che lui arrivi in ritardo.
È raro che non possano aiutarti.
...
nicht aber bei:
Sono sicuro che ha capito.
Certo che arrivo fra due ore.
So che è giusto.
È convinta che lui lavora a Torino.
...

Hier ist man sich sicher (ohne Zweifel)!!
Das kann auch noch mit gewissen Wörtern/Satzteilen klargelegt werden, wie z. B.
certo, sapere, essere sicuro/a, affermare, essere convinto/a, ...
==> Indikativform

Vorsicht: Im Gegenzug kann man nicht sagen, dass solche Wörter automatisch immer den Indikativ binden!
Man könnte sonst auf italienisch nie sagen:
Ich weiss, dass es richtig wäre. (= So che sia giusto.)
[Von der Bedeutung her ist es was anderes als: Ich weiss, dass es richtig ist.]

Zusätzlich gehalten haben sich auch die Formen des Befehlens, des Erlaubens, des Verbietens (neben den bereits erwähnten Formen des Wünschens, der Hoffnung) und das - wie in Theorie erwähnt - manchmal sogar im Hauptsatz.
Es wird damit eine Höflichkeitsform erzeugt, die durch die Möglichkeitsform/Empfehlung ausgedrückt wird.

Permetto che veniate a casa mia.
Ordina che io venga.
Lascia che sia.
Mi dica!
Si accomodino.

Tipp 3

Sollte der deutsche Satz keine indirekte Rede sein und gelingt es den Satz in den deutschen Konjunktiv zu setzen ohne die Bedeutung zu ändern oder er besitzt bereits den Konjunktiv, dann kann und sollte man ihn auch auf italienisch mit dem congiuntivo formulieren:
Ich glaube, dass es richtig ist. =>
Ich glaube, dass es richtig wäre.
Credo che sia giusto.
Ich bezweifelte, dass er/sie mich erkennen würde.
Dubitavo che si accorgesse di me.
Ich gehe zum Bahnhof, bevor es zu spät ist. =>
Ich gehe zum Bahnhof, bevor es zu spät wäre.
Vado alla stazione prima che sia troppo tardi.
Sie hofften, er hätte verstanden.
Sie hofften, dass er verstanden hätte.
Speravano che avesse capito.
Ich suche jemanden, der mir den Weg zeigt. =>
Ich suche jemanden, der mir den Weg zeigen würde.
Cerco qualcuno che mi indichi la strada.

Tipp 4

Welcher congiuntivo (presente, imperfetto, passato oder trapassato) ...verwendet wird, wird normalerweise durch die Zeit festgelegt in der Satz oder die Satzaussage statt findet.
z. B.
Pensavo che lui fosse qui.
Penso che tu abbia capito.
Credo che tu sia sincero.
Vorrei che il governo proteggesse il consumatore.
Arriverei se io avessi tempo.

(Nebenbemerkung: Wenn-"dann würde"-Sätze sind ein eigenes Kapitel. s. a. (Se io lo sapessi ... Konditional oder Konjunktiv))

Folgende Zeittafeln geben an, welche congiuntivo-Zeitform für die entsprechende Zeit des Hauptsatzen verwendet werden kann und soll:

Hauptsatz --> abhängiger Nebensatz
----------------------------------------- ----- ----------------------------------------
passato prossimo indicativo/imperativo
presente indicativo/imperativo
futuro indicativo/imperativo --> congiuntivo presente oder passato
presente congiuntivo
passato congiuntivo
Hauptsatz --> abhängiger Nebensatz
----------------------------------------- ----- ----------------------------------------
passato remoto indicativo
trapassato remoto indicativo
trapassato pross. indicativo
imperfetto indicativo
(passato prossimo indicativo) --> congiuntivo imperfetto oder trapassato
condizionale semplice (presente)
condizionale composto (passato)
trapassato congiuntivo
imperfetto congiuntivo

Quelle: R. Fornaciari, Sintassi Italiana

Tipp 5

Wenn manchmal die Indikativform rausrutscht, ist das nicht so schlimm, die Hauptsache ist, man bemüht sich regelkonform zu sprechen/schreiben.

Man befindet sich inzwischen auch in guter Gesellschaft, wenn man bei der Entscheidung "Konjunktiv oder nicht" nicht immer zu 100% richtig liegt.

Weiß man es trotz der aufgeführten Regeln immer noch nicht genau, dann lieber den indicativo statt dem congiuntivo verwenden, was jetzt aber kein Freibrief nach dem Motto Toll, ich verwende ab jetzt nur noch den Indikativ! sein soll.

Dieses Dokument zeigt auch nur den aktuellen Status auf. In ein paar Jahren kann alles was hier steht, schon nicht mehr aktuell sein.

Keine Regel ohne Ausnahmen

Spätestens hier werden jetzt sicher einige sagen: "Wie da kommt noch etwas? Als ob das nicht schon schwer genug ist."
Ja ... leider!
Es gibt noch ein paar Feinheiten, die die ital. Sprache bietet aber das ganze noch komplizierter gestaltet.
Bisher hatten die Beispielsätze ein gewisses paralleles Zeitverhalten. Es kann aber auch sein, dass man die Tatsache der Vorzeitigkeit oder der Nachzeitigkeit hervorheben will.

Aber zur Ermutigung sei hier gesagt, dass es sich um seltene Fälle handelt.

  1. Betonung der Vorzeitigkeit im Nebensatz
    Penso che fosse a scuola. = Ich denke er war in der Schule.
  2. Betonung der Nachzeitigkeit im Nebensatz
    Sehr aufmerksamen Lesern wird vielleicht aufgefallen sein, dass der congiuntivo keine Zukunftsform kennt.
    Wieso auch, die Zukunft im indicativo stellt ja eigentlich auch eine Möglichkeitsform bzw. eine Zweifel dar, denn man kann ja nicht sagen was die Zukunft bringt.
    (Ich weiß, so eine Aussage löst manchmal hitzige Diskussionen aus; aber ich bin nicht alleine mit dieser Meinung siehe unten angegebenen ICLI-Diskussionsfaden zum Thema "Congiuntivo futuro").
    • Hauptsatz in der Gegenwart erlaubt also auch die Zukunftsform im eigentlichen congiuntivo-Nebensatz
      Penso che avrà tempo. = Ich denke, dass er/sie Zeit haben wird.
      Weitere Möglichkeiten die Nachzeitigkeit hier anzugeben sind:
      Penso che poi/in seguito/successivamente/... abbia tempo.
      in gewissen Fällen kann auch eine Form von stare per + Infinitiv verwendet werden:
      Penso che lui stia per andare. = Ich denke er ist dabei zu gehen.
    • Hauptsatz in einer Vergangenheitsform erlaubt auch condizionale passato (oder auch condizionale composto genannt)
      Credevo che sarebbe stato al suo posto. = Ich glaubte (gestern, zuvor), dass er (jetzt) an seinem Platz sein würde. (Das ist aber nicht eingetreten.)
      Der Zeitpunkt des "Glaubens" befindet sich in der Vergangenheit und ich benötige eine Zeit, die dazu gesehen die Zukunft (= Gegenwart) darstellt ... dafür ist es erlaubt, den condizionale passato (z. B. sarebbe stato, avrei ricevuto, ...) zu verwenden.
      Eine weitere Voraussetzung für die Verwendung des condizionale passato hier, ist die Tatsache, dass der Fall nicht eingetreten ist und kann nur für Hauptsätze verwendet werden, die glauben, hoffen oder wünschen ausdrücken.

Quellenangaben

deutsche Konjugationen - http://www.cactus2000.de/de/conjd/wissen.shtml
deutscher Konjunktiv - http://de.wikipedia.org/wiki/Konjunktiv
Canoo deutsche Wortgrammatik
ICLI-Diskussionsfaden (Konjunktiv und perché)
ICLI-Diskussionsfaden (Fehlen des Konjunktivs im Fernsehen)
ICLI-Diskussionsfaden (Congiuntivo futuro)
Stellungnahme zum ital. Konjunktiv - M. Pistone
L'ITALIANO NEOSTANDARD - prof. Michele Cortelazzo

Auf Urheberrechtsvorwurf antworten
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