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letzte Änderung 17.04.2009
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Die Südostanatolische Region und das GAP-Gebiet

Die Halil Rahman-Moschee
Die Halil Rahman-Moschee
Südostanatolien ist mit den aus verschiedenen Epochen seiner reichen Kulturgeschichte stammenden Baudenkmälern eine hochinteressante Region, deren Geschichte nachweislich in prähistorischer Zeit begann, gefolgt vom Neolithikum um 7000 v.d.Zw., der Zeit der Hurriter von 2000 – 1500 und der Hethiterzeit nach 1200v.d.Zw.

In der Harran-Ebene, dem von Dicle (Tigris) und Fırat (Euphrat) gerahmten Gebiet, hat Erzvater Abraham gelebt, der in Ur oder Edessa, dem heutigen Şanlı Urfa geboren ist. Harran war eines der bedeutendsten Wissenschafts- und Kulturzentren in Mesopotamien mit den Überresten einer der ältesten islamischen Universität der Welt. Im Norden des Zweistromlandes fällt einem als höchste Bodenerhebung der Nemrut (2150m) auf, dessen Gipfelplateau mit riesigen Statuen und dem Grabtumulus des Königs Antiochus I. von Kommagene gekrönt ist. Diyarbakır mit einer der längsten Stadtmauern der Welt; das mit seiner außergewöhnlichen Basaltarchitektur einmalige Mardin; das in der späthethitischen Zeit gegründete Gazi Antep, heute eine blühende Handels- und Industriestadt, zählen zu den sehenswerten Städten in der Region.
Relief des Sturmgottes Teşup, Zincirli, archäologisches Museum Gazi Antep
Relief des Sturmgottes Teşup, Zincirli, archäologisches Museum Gazi Antep
Am Atatürk-Stausee ist ein Sport- und Ferienzentrum geplant. Ein Urlaub unter der Sonne Mesopotamiens dürfte einmalig sein.


Das Südostanatolien-Projekt
(GAP)

Das GAP ist das größte und vielseitigste Entwicklungsprojekt der Türkei und eines der größten der Welt. Es umfasst außer Energie- und Bewässerungsprojekten auch die Bereiche Tourismus, Industrie, Verkehr, Erziehung, Bergbau, Gesundheit, Erdöl und Kommunikation und damit in hohem Ausmaß soziale und wirtschaftliche Belange.

Der Projektbereich betrifft die zwischen den Unterläufen der Ströme Fırat (Euphrat) und Dicle ((Tigris) liegenden Provinzen Gazi Antep, Şanlı Urfa, Adıyaman, Diyarbakır, Mardin, Siirt, Batman und Şırnak. Nach Realisierung des Projektes wird sich das Klima in der Region wesentlich ändern.

Das Wasserkraftwerk Atatürk als größtes der Türkei und sechstgrößtes der Welt liegt im Kreis Bozova in der Provinz Şanlı Urfa und wurde 1994 eingeweiht. Nicht nur als Schlüsselanlage und größter Energieproduzent im Rahmen des GAP, sondern auch für die Bewässerung ist das HKW von höchster Bedeutung.

Das Şanlı Urfa-Tunnelsystem wird aus dem Atatürk-Stausee gespeist und leitet es in die Harran-Ebene ab. Die beiden parallel laufenden Ableitungstunnel mit einer Länge von je 26,4 km und einem Durchmesser von je 7,62m sind die größten der Welt. Sie münden in ein weitverzweigtes Netz größerer und kleinerer Kanäle ein und werden dazu beitragen, dass riesige Brachflächen bewässert und wieder fruchtbares Ackerland werden können.

Von Gazi Antep nach Mardin

In den Südosten der Türkei fahren Sie auf der Transitstraße, die über Gazi Antep, Şanlı Urfa und Mardin nach Syrien und in den Irak führt. Gazi Antep liegt 685 km südöstlich von Ankara in einer weiten, fruchtbaren Ebene mit Olivenhainen, Weingärten und Feldern und ist weit über die Landesgrenzen hinaus als Pistazien-Zentrum bekannt. Die Industrie von Gazi Antep trägt erheblich zur nationalen Wirtschaft bei. Die Stadtbefestigung, deren 36 Türme unter Justinian gebaut wurden, ist unter den Seldschuken erneuert worden. Im archäologischen Museum in einer seldschukischen Medresse (Medresse=Madrasa) stehen beachtliche Exponate aus dem Neolithikum, der Hethiter- und der Römerzeit. Das Hasan Süzer-Haus aus der Jahrhundertwende ist heute ein ethnologisches Museum. Die traditionellen Arbeiten der Kupferschmiede und Tischler – letztere sind spezialisiert auf Möbel mit Perlmuttintarsien – sind landesweit bekannt und beliebt. Leckerbissen aus Gazi Antep sind „Lahmacun“, ein überbackener Teigfladen mit scharfgewürztem Hackfleisch und Kräutern, und „Baklava“, eine Nachspeise aus Blätterteig mit Honig, Pistazien oder Nüssen.

Westlich von Gazi Antep liegt der Dülük-Wald mit einem Campingplatz. Im Waldgebiet wurden prähistorische Siedlungsspuren gefunden. Eine Bildhauerschule der Hethiter befand sich in Yesemek, wo an die 200 vollendete und unvollendete hethitische Skulpturen gefunden wurden. An der syrischen Grenze am Ufer des Fırat liegt Kargamış, eine der letzten großen Hethitersiedlungen und wichtige archäologische Grabungsstätte. Die Funde einschließlich der großen Reliefs stehen im Ankaraner Museum für anatolische Zivilisationen.

Die Ruinen von Belkıs (Zeugma) liegen im Kreis Nizip. Die Burg sieht heute wie ein großer Hügel aus. Die römischen Mosaike von Zeugma sind sehenswert.

Kilis (Kilisi) an der türkisch-syrischen Grenze ist unter Kalif Omar zum Islam übergetreten. Kilis kämpfte mit Urfa zusammen gegen die Kreuzritter und wurde unter Sultan Selim dem Osmanischen Reich angeschlossen. Sehenswert sind der Canbolat-Moscheenkomplex und ein altes Bad aus dem 16. Jh., die Mevlihane, ein Kloster der Tanzenden Derwische (19. Jh.), die Akcurum-Moschee von 1515 und die Ulu-Moschee (14. Jh.). In der Umgebung liegen Weinberge und Olivenhaine, ferner Seiden- und Lederproduktionsanlagen. Außerdem findet ein lebhafter Grenzhandel statt. An der Straße von Kilis nach Gazi Antep liegt die Burg Ravanda, ein Bauwerk der Kreuzritter, das von den Mamelukken restauriert wurde. Kuzeyne (Kuzuini) 5 km nordwestlich von Kilis gleicht einem Freilichtmuseum. Die Kulturen der Hethiter, Römer, Byzantiner und des Islam haben das Gebiet geprägt. Korus (Kiriz) 20 km westlich von Kilis ist ein sehenswertes römisches Siedlungszentrum mit den Ruinen eines Theaters, einer Burg und eines Tempels. Im 12. Jh. v. Chr. stand an der Stelle des 78 km nördlich von Gazi Antep liegenden heutigen Kahraman Maraş der hethitische Stadtstaat Gurgum. In einer Zitadelle aus dem 2. Jh. v. Chr. befindet sich das Stadtmuseum mit einer reichen Sammlung hethitischer Skulpturen. Baudenkmäler sind die Ulu-Moschee aus dem 15. Jh. und die Taş-Medresse. „Maraş Dondurma“, sahnig-zäh geschlagenes Speiseeis, ist landesweit bekannt und beliebt.


Die Entdeckung von Erdöl hat Adıyaman (153 km nordöstlich von Gazi Antep) Wohlstand gebracht. Die Region ist seit mindestens 10.000 Jahren besiedelt. Hethiter, Assyrer, Phryger, Perser, Kommagenen, Römer, Byzantiner und Turkstämme haben hier bis zur Einbeziehung der Region in das Osmanische Reich 1516 geherrscht. Das archäologische Museum beherbergt u.a. Funde aus dem Unteren Euphratgebiet, die aus dem Neo- und Chalkolithikum stammen. Kelims guter Qualität in lebhaften Farben werden zu mäßigen Preisen im Basar verkauft. Zu den Baudenkmälern in der Umgebung gehören die Ruinen einer Abassiden-Burg, die von den Seldschuken restauriert wurde, und die Ulu-Moschee aus dem 14 Jh. . 5 km nördlich von Adıyaman liegt Pirin (Perre), eine römische Stadt mit den Überresten einer großen Nekropole mit 208 Felsengräbern.

Der 86 km von der Provinzhauptstadt Adıyaman entfernte Nemrut Dağı (Berg) im gleichnamigen Nationalpark gilt als Achtes Weltwunder. Auf dem 2150 m hohen Gipfelplateau des Berges ließ König Antiochus I. von Kommagene seinen Grabtumulus anlegen und ihn mit Kolossalstatuen von Tier- und Menschengöttern, sich selber und großen Reliefs umstellen. 60 km von Adıyaman entfernt lag in Eski Kale (Nymphaios Arsemiasi) der Sommerpalast der Kommagene-Herrscher. Hier steht das großartige Relief des Herkules, der König Mithridates die Hand reicht. Die bis heute größte griechische Inschrift wurde in Arsemia gefunden. Im Dorf Koçhisar stehen die Überreste der Burg Yeni Kale (Eski Kahta Kalesi). 55 km von Adıyaman entfernt spannt sich die immer noch ihre Funktion erfüllende römische Cendere-Brücke (2. Jh.) über den Fluss Kahta. 10 km nördlich der Brücke findet man das Heiligtum Derik Kale, eine Burg mit einem großen Tempel im inneren Burgbezirk. Der Karakuştepe, ein 21 m hoher Grabtumulus aus dem letzten vorchristlichen Jahrhundert mit je zwei 9 m hohen Säulen an der West- und Südseite liegt 49 km von Adıyaman entfernt. Palanlı Marağa, eine Höhle mit prähistorischen Siedlungsspuren, liegt nördlich der Provinzhauptstadt. Sowohl Adıyaman als auch Kahta (mit guten Unterbringungs- und Campingmöglichkeiten) bilden den Ausgangspunkt für einen Besuch des Nationalparks Nemrut Dağı.

Şanlı Urfa in Obermesopotamien, das biblische Ur oder Edessa, stellt stolz das reiche Vermächtnis aller Zivilisationen dar, die in dieser Region gelebt haben. Im 2. Jt. v. Chr. herrschten hier die Hurriter. Abraham soll in der Höhle geboren worden sein, neben der heute die Mevlid Halil-Moschee steht. Die Höhle ist ein Wallfahrtsort geworden, wo sich auch Scharen von Tauben sichtlich wohl zu fühlen scheinen. Die Ruine einer Kreuzritterburg und zwei einsame korinthische Säulen auf einem Hügel überblicken die Stadt. Die prachtvolle Halil Rahman-Moschee am Fuße des Hügels ist an einem großen Becken, in dem die ‚Heiligen Karpfen’ leben, gebaut worden. Die osmanische Rıdvaniye-Moschee und die Fırfılı-Moschee aus dem 17. Jh., letztere eine ehemalige Apostelkirche, sind einen Umweg wert. Das Museum für Archäologie und Ethnologie ist eines der reichsten des Landes an neolithischen und chalkolithischen Exponaten. Um den Charakter von Şanlı Urfa zu erfassen, gehen Sie bitte einmal in das überwölbte Basar-Gebäude und besuchen Sie Gümrük-Han und Barutçu-Han, die zu den berühmtesten Baudenkmälern der Stadt zählen. Der Küçük Hacı Mustafa Hacıkamiloğlu-Konak ist restauriert worden und heute eine Kunstgalerie.

Nordwestlich und 70 km von Şanlı Urfa entfernt liegt das inzwischen im Rahmen des GAP-Projektes geflutete Dorf Kantara mit Nevalı Çori, einer um 7000 v.d.Zw. gebauten und welteinmaligen Tempelanlage mit Mosaikboden für den Mondkult, der bei Rettungsarbeiten vor der Flutung zusammen mit vielen Idolen und Skulpturen geborgen werden konnte.

Göbekli,, ein Kalksteinhügel 20 km nordöstlich von Şanlı Urfa , war vermutlich ein Bildhaueratelier, wo viele fertige und halbfertige Statuen aus der Zeit um 7000 v.d.Zw. gefunden wurden. Neue Forschungen haben ergeben, dass der Göbekli-Tumulus um 9000 v.d. Zeitenwende ein hochentwickeltes Siedlungszentrum gewesen ist.

Harran liegt 44 km südwestlich von der Provinzhauptstadt Şanlı Urfa entfernt. Harran wird bereits in nordsyrischen Keilschrifttexten erwähnt und war um 1100 v.d.Zw. nach Assur die zweitwichtigste Stadt. Ein Keilschrifttext bezeugt einen Pakt des Hethiterkönigs Suppiluliuma mit Mitanniens König Matiyaza im Namen des Mondgottes aus dem 18. vorchristlichen Jh. . Harran war von 1310-1280 von den Assyrern besetzt und unter Tiglatpileser eine Militärgarnison. Unter dem Namen Carrhae gehörte Harran bis zum Tod von Crassus 54 v.d.Zw. den Parthern. Harran hat bis zur Zeit der Kreuzzüge und Nestorianer seine Bedeutung als kulturelles und merkantiles Zentrum bewahrt. Die Christen nannten Herran Hellenopolis. Eine der drei großen Philosophenschulen der alten Welt befand sich in dem in der Shoreund im Alten Testament erwähnten Harran. Hier stehen übrigens auch die Ruinen einer der ältesten islamischen Universitäten der Welt. Um 1260 machten die Mongolen die Stadt dem Erdboden gleich. Die wenigen überlebenden Einwohner ließen sich in Şanlı Urfa nieder. Heute wetteifern die fremdartigen Wohnstätten Harrans und die Tatsache, dass Abraham hier gelebt hat, miteinander um den höchsten Bekanntheitsgrad. Sehenswert sind die Ruinen der viertorigen Stadtmauern und der Zitadelle aus dem 8. Jh. Die dürre Harran-Ebene ist eine der Gegenden, die in Zukunft am meisten von den Segnungen des GAP profitieren wird.

Birecik ist 80 km westlich von Şanlı Urfa am Euphrat gelegen. Auf einem Hügel steht eine Burgruine. In Birecik nistet der vom Aussterben bedrohte Waldrapp. Der Ort verfügt über gute Unterbringungs- und Campingmöglichkeiten.

Diyarbakır, das historische Amida, erstreckt sich auf einem Basaltplateau nahe am Tigrisufer. Die dreifachen, schwarzen Basaltmauern, die die Altstadt umgeben, verleihen ihr ein wehrhaftes Aussehen. Diese Stadtmauern mit 16 Haupttürmen und fünf Toren, Inschriften und Reliefs gehören zu den längsten der Welt und sind ein beachtenswertes Beispiel mittelalterlicher Verteidigungsarchitektur. Die Ulu-Moschee aus der Zeit des seldschukischen Sultans Melik Schah ist wegen ihres byzantinischen Originalgrundrisses, der Wiederverwendung von byzantinischem Baumaterial und hinsichtlich anderer, alter Ursprünge bemerkenswert. Die Gebetsnische der benachbarten Mesudiye-Medresse besteht aus regionalem Schwarzbasalt. Die Nebii-Moschee ist ein typisch osmanisches Bauwerk, während die Safa-Moschee mit ihren mosaikgeschmückten Minaretten persisch beeinflusst ist. Die syrisch-aramäische Marien-Kirche (Meryem Ana Kilisesi, 3. Jh.), in der heute noch der Gottesdienst zelebriert wird, sollte man ebenfalls gesehen haben. Ein Beispiel für einheimische Architektur ist das (restaurierte) Haus des Schriftstellers Cahit Sıtkı Tarancı.

Deliller Han (1527) am Mardin-Tor war eine Karawanserei und ist heute ein elegantes Hotel, lässt aber immer noch Karawanserei-Atmosphäre spüren. Gleich außerhalb der Stadtmauern befindet sich Atatürks Haus am Fluß, heutzutage Museum. Südlich der Stadt spannt sich eine 1065 gebaute Brücke über den Tigris, ein hervorragender Standort für eindrucksvolle Fotos vom Fluss und von den Stadtmauern.

In Silvan, 77 km östlich von Diyarbakır, sollten Sie an der Ulu-Moschee (1185) die feingearbeiteten Steinreliefs am Tor bewundern.

Çayönü ist eine steinzeitliche Siedlung aus dem 7. vorchristlichen Jahrtausend, deren stadtähnliche Anlage für jene Zeit welteinmalig ist.

Mardin wurde um 2850 v.d.Zw. vermutlich von den Syrern gegründet und stand bis zu Beginn der republikanischen Zeit unter der Herrschaft der Sumerer, Babylonier, Hethiter, Assyrer, Urartäer, Perser, Emeviden, Abassiden und Artruken.
Aus der Ferne betrachtet, scheinen die glänzenden Steinhäuser von Mardin mit den Felsen, auf denen sich die Stadt ausdehnt, zu verschmelzen. Bei näherer Betrachtung erweisen sich jedoch die mit Ornamenten verzierten Häuser und öffentlichen Gebäude als eine architektonische Schatzkammer mit Juwelen wie die der Hamiden-Zitadelle aus dem späten 10. Jh. und der Ulu-Moschee aus dem 11. Jh., der ältesten der Stadt. Die Gabriel-Moschee aus derselben Zeit wurde unter Artukenherrscher Kutbeddin Ilgaz errichtet. Die Kasım Pascha-Medresse aus dem 15. Jh. ist wegen ihrer feinen Steinbearbeitung einmalig. Bei der Isa Bey-Medresse aus dem 14. Jh. können Sie das wunderschön gemeißelte Tor bewundern und dann auf das Dach steigen, um eine phantastische Aussicht über die mesopotamische Ebene zu genießen. Im lokalen archäologischen Museum stehen Funde aus der Region. 30 km östlich von Mardin steht die Dara-Burg, die zeitweise unter römischer Herrschaft stand.

5 km östlich von Mardin befindet sich das zuerst als geheime Stätte zwischen 493 und 518 errichtete Kloster Deyrulzaferan, ein religiöses Zentrum der syrischen Jakobiner. Die Südfassade steht frei, die anderen liegen an Berghängen. In der Klosteranlage befinden sich die Grabstätten von 52 syrisch-jakobinischen Patriarchen. In Klosternähe steht die sich aus drei Gebäuden zusammensetzende Burg Kalıtmara, die zum Schutz des Klosters errichtet wurde. Nahe bei Kızıltepe liegt die Ulu-Moschee aus dem 13. Jh., eines der besten Beispiele der Artuken-Architektur, mit wunderschönen Mithrap-Reliefs und einen herrlichen Eingang.

In Midyat, für Silberschmuck bekannt, stehen viele alte Herrenhäuser. Das syrisch-jakobinische Kloster Deyrelumur (Erzengel Gabriel) 18 km östlich der Stadt stammt aus dem frühen 5. Jh. .

Batman mit seinen 1940 entdeckten Ölquellen ist das wichtigste Erdölzentrum der Türkei. Die Stadt wurde um 700 von der Araben erobert, danach kamen die Seldschuken, 1243 die Mongolen und im 14. und 15. Jh. die Akkoyunlar und Safawiden. Nördlich der Stadt spannt sich die Malabadi-Brücke, die 1147 gebaut wurde, von zwei Wachtürmen flankiert über den Batman-Fluss.

Hasankeyf (Cephasefa) 451 syrisch-jakobinischer Bischofssitz, stand im 11. Jh. nach der Islamisierung unter der Herrschaft der Abassiden und Hamiden und war im 12. Jh. die Hauptstadt der Artuken-Dynastie. Letztere ließen viele Moscheen, Medressen und Karawansereien errichten und bescherten der Stadt eine hohe Blüte. Die Brücke, die den Tigris überspannt und beide Teile der Stadt verbindet, und die Burgruine beschwören den Geist der untergegangenen Dynastie herauf. Die Zeynel Bey-Türbe aus dem 15. Jh., mit türkisfarbenen Steinen dekoriert, zeigt persischen Einfluss.

Siirt, 192 km nordöstlich von Diyarbakır, war zur Zeit des Abassiden-Kalifats eine sehr bedeutende Stadt. Versäumen Sie bitte nicht den Besuch der im Jahre 1129 errichteten seldschukischen Ulu-Moschee mit ihrem blau-grünen, auf einem viereckigen Sockel ruhendem Minarett aus dem 12. Jh. und der Asair Çarşı-Moschee aus dem 13. Jh.. Siirt ist außerdem bekannt für wundervolle, aus Ziegenhaar gewebte Decken und Kleidungsstücke sowie farbenfrohe ‚Jigirt’Kelims. 5 km von der Provinzhauptstadt entfernt am Ufer des Botan-Flusses sprudelt die um 40 Grad C warme stark kalziumbikarbonathaltige Sağlarca oder Billoris-Therme. Die ebenfalls um 40 Grad C warme Lif-Therme in Kıslaçık ist in etwa von derselben Beschaffenheit wie die Sağlarca-Therme. Das Flusstal des Botan (Uluçay) ist eines der tiefsten und schroffsten der Türkei und für sportliche Aktivitäten bestens geeignet. Im Kreis Baykan 8 km südwestlich der gleichnamigen Kreisstadt wurde Veysel Karanı, der 657 den Heldentod starb und einer der Vertrauten des Propheten Mohammed war, in einer Türbe zur letzten Ruhe gebettet. In Aydınlar (Tillo), 6 km von Siirt entfernt, befindet sich der Grabkomplex des 1704 in Erzurum geborenen Wissenschaftlers İbrahim Hakkı mit dessen privater Sternwarte und der Türbe seines Lehrers İsmail Fakirullah. Şırnak am Fuße des Cudi (2114 m) bedeutet ‚Stadt (şır) des Noah (Nak)’, dessen Grabstätte im 45 km von Şırnak entfernten Cizre vermutet wird.

Herausgeber: Tourismusministerium der Republik Türkei, Ankara 2002

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